Seid wild: seid analog!

By 28. November 2018 Über uns No Comments
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Ich schaue regelmäßig in das ein oder andere ungläubige Augenpaar, wenn ich sage, dass ich weder WhatsApp habe, noch Instagram oder sonst irgendwelche Apps nutze. Ich verwende mein Handy tatsächlich in einem ziemlich vergleichbaren Ausmaß wie meine liebe Oma und ja, sie kann recht souverän damit telefonieren und Sms schreiben. Mehr muss aber auch ich nicht mit dem Ding anfangen können. Und das soll sich so bald nicht ändern.

Aus einem ganz einfachen Grund: Man hat mehr vom echten Leben. Wenn das Handy keine attraktive Zeitbeschäftigung ist, einfach weil man damit mangels Apps nichts machen kann außer zu telefonieren, macht man halt was anderes. Und ich kann euch aus Erfahrung berichten: egal was, es ist viel interessanter.

Menschen beobachten | Ob es müde Gesichter in der U-Bahn sind, ein Paar, das darüber plaudert, was es heute Abend zusammen kochen möchte, oder ein lustiges Gespräch zweier Unbekannter in der Warteschlage vor einem. Das sind Menschen, oft nur eine Armlänge entfernt, die einem für einen kurzen Augenblick Einblick gewähren, die ihre Geschichten haben – die echt sind.

Aus dem Fenster schauen | Auch wenn es der immer selbe Weg zur Arbeit ist oder die altbekannte Strecke zum Schwesterherz nach Graz – aus dem Fenster zu schauen und die Landschaft an einem vorbeiziehen zu lassen, ist wie Reset für die Seele, wie Meditation. Ein paar U-Bahn-Stationen, 20 Minuten Busfahrt oder eine stundenlange Zugreise – hinausschauen, an nichts denken, an etwas denken, zwischendurch die Augen schließen – das ist pure Entschleunigung.

Bücher lesen, ins Theater gehen, Museen besuchen | Klar sind Inhalte auf Tablet, Kindle und Co bequemer zu konsumieren: Man hat ein Medium, aber beinah unendliche Möglichkeiten, was man lesen, hören oder ansehen könnte. Man ist flexibel, kann mal hier reinschmökern, mal da – aber was macht das mit einem? Die permanente Verfügbarkeit aller Inhalte. Zwei Absätze reingelesen – fad, weg damit. 30 Sekunden reingehört, nicht catchy genug, nächstes Lied. 5 Minuten reingeschaut, kein fescher Schauspieler dabei, Netflix. Es ist die Aufmerksamkeitsspanne, die darunter leidet. Alles muss sofort on point sein, damit man Lust hat, sich darauf einzulassen. Aber ist es nicht auch schön, wenn man sich für etwas wirklich entscheidet? Zum Beispiel ein Buch auf die Reise mitzunehmen, es im Zug zum ersten Mal aufzuschlagen und anfangen zu lesen. Theaterkarten zu kaufen und sich überraschen zu lassen von der Unmittelbarkeit der Performance. Sich im Museum von den vielen Eindrücken überwältigen zu lassen.

Deshalb mein Plädoyer an euch: Legt in der U-Bahn das Handy weg und schaut euch um, schaut in die Gesichter der Leute, schaut aus dem Fenster, atmet durch und überlegt euch, ob es nicht vielleicht ein Theaterstück, einen Roman oder eine Ausstellung gibt, die euch interessiert. Welche genau, könnt ihr dann ja in eurem Smartphone nachschauen 😉

Lisa Ka.

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