Warte.Zeit

Diesen Beitrag schreibe ich für uns alpha´s, aber ebenso für Kollegen aus anderen Agenturen, denen es gleich ergeht. Er handelt vom Abgeben einer Idee bis zur Entscheidung des potenziellen Kunden.

Es gibt Präsentationen, da hat man anständig Zeit für Kreation, Planning, Research und Aufbereitung. Da tut eine wochenlange Wartezeit nicht so weh, auch wenn das Bangen, Hoffen und Zehren nach einer neuen und spannenden Aufgabe verbunden mit wirtschaftlicher Sicherheit für das Team auch fad ist. Was könnte man in dieser Zeit nicht alles für das Besserwerden einer Kampagne tun! Wie gut könnte man die Ressourcen des Teams einteilen, das bei uns – wie bei wohl allen anderen Kommunikationsagenturen – ohnehin immer auf möglichst niedrigem Kostenstand geführt werden soll.

Richtig weh tun jene Anfragen, welche beste Ideen und Lösungen, aber bitte binnen einer Woche am Tisch haben wollen – und ebenso lange auf sich warten lassen, bis (in 90% dieser Fälle) eine Absage kommt, oft erst auf Nachruf der Agentur.

Aber diese Patienten vergessen wir bei den folgenden Überlegungen. Reden wir von seriösen Partnerschaften und wie sie noch besser funktionieren könnten.

Was kann für Warte.Zeit verantwortlich zeichnen:

  1. Internationale Konzernstrukturen mit vielen Hierarchien haben durch ihre Aufstellung weniger Berührungspunkte pro Woche und Monat mit ihren Divisionen. Daher sitzen die Kollegen im Land meist im selben Boot mit ihrer Agentur und müssen längere Entscheidungszeiträume in Kauf nehmen.
  2. Bei öffentlichen Ausschreibungen müssen Entscheidungen oft auch Einspruchsfristen, Wahlen oder andere politische Faktoren abwarten. Hat man dann gewonnen und es bleibt die politische Konstellation so wie sie ist, hat man auch gute Chancen, sein Konzept (das zu diesem Zeitpunkt oft schon sechs Monate alt und entsprechend adaptierungsbedürftig ist) auf Schiene bringen zu können.
  3. Mangelndes Rückgrat bei Agenturentscheidern: Wer jeden Auftrag um jeden Preis haben will und das auch zeigt, der wird entsprechende Behandlung erfahren – frei nach dem Motto: „Die freuen sich eh, egal, wann wir uns melden, weil sie brauchen uns ja“.

Mein Vorschlag zur Verbesserung der Situation:

Nützen wir, Agenturen ebenso wie Kunden, die oft langen Intervalle zwischen Abgabe und Start einer Kampagne oder eines Projektes dafür, virtuell an deren Optimierungen zu arbeiten. Sollte die Entscheidung für eine andere Idee oder ein anderes Team fallen, dann wird diese Zeit vergütet – mit einem erweiterten Abstandshonorar, basierend auf Stundensätzen.

Dieses Geld geht nicht verloren, denn dieser Aufwand wird später nicht mehr anfallen – was wiederum der Ruhe innerhalb einer Zusammenarbeit gut tut. Wenn dies auch Finanzer und Controller so sehen, dann erleben wir Quality.Time statt Warte.Zeit

Christoph

Leave a Reply