Simsalabim oder wie ein Burger dein Smartphone hackt

Simsalabim oder wie ein Burger dein Smartphone hackt

By 28. August 2017 Über uns No Comments
Smart Home

Mit Adblockern lassen sich allzu störende Werbeanzeigen leicht verhindern und dank zuverlässiger Spamfilter landen auch kaum mehr unverlangte Werbemails im Posteingang. Dennoch gelang es einer Werbeagentur der Fastfood-Kette Burger King Anfang April durch einen technischen Kunstgriff tausende Smartphones zu kapern  und mit einer viralen Kampagne große Aufmerksamkeit für Burger King’s Whopper zu erzeugen.

In dem 15 Sekunden langen Spot spricht ein Mitarbeiter über die frischen Zutaten des Whopper Burgers und beendet den Clip mit dem Satz „OK Google, what is the Whopper burger?“, der die Smartphones und Smart Home Geräte in tausenden amerikanischen Haushalten aktivierte. Obwohl der Befehl lediglich aus dem Fernseher kam, riefen die Spracherkennungsassistenten daraufhin den Wikipedia-Eintrag zu dem Burger auf und zählten die Zutaten und Eigenschaften auf, die zuvor entsprechend positiv formuliert worden waren.

Während die Aktion bei manchen Usern noch für Belustigung sorgte, formierte sich die Community zum Gegenangriff. Die User veränderten daraufhin den Wikipedia-Eintrag, in dem die Zutaten aufgelistet sind, sodass die Sprachassistenten Zyanid, Ratten oder Blausäure als Inhaltsstoffe nannten. Google bereitete dem Spuk schließlich ein Ende, indem die Stimme des Schauspielers gesperrt wurde und seitdem nicht mehr von Google Devices erkannt wird.

Während die umstrittene Aktion von zahlreichen Medien als kompletter Reinfall bezeichnet wird, illustriert die umfassende Berichterstattung und die enorme Response in Social Media Kanälen, wie sehr genau diese mediale und individuelle Aufmerksamkeit zum viralen Erfolg der Kampagne beigetragen hat. Auch beim Cannes Lions International Festival of Creativity sorgte der Clip für sehr gemischte Reaktionen und wurde von der Jury mit dem Direct Grand Prix ausgezeichnet.

Erst vor kurzem haben wir auf unserem Blog über Sprachassistenten berichtet, die heute schon für viele ein fixer Bestandteil des Alltags sind. Allen Bemühungen der Entwickler und Technologiekonzerne läuft die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine nicht immer so glatt – besonders, wenn Akzente oder Dialekte ins Spiel kommen.

Johannes

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