Marx, das Kapital – Ein Brief für eine Halle!

By 23. Januar 2017 Events No Comments
Christoph Mahdalik

Dieser Blog betrachtet kein generelles, sondern ein ganz spezielles Thema, nämlich Wien und seine Locations. Seit 30 Jahren bin ich im Eventgeschäft daheim und seit 30 Jahren ist es ein Problem, leistbare Locations für Events ab 1000 Gästen zu bekommen.
Erst durch den Pro Marx Artikel einer KURIER Journalistin wurde ich auf eine Idee aufmerksam, die Halle mit, juchuuu – man staune, Startups zu besetzen. Die Idee gefällt mir nicht.

Bei allem Respekt vor der Messe Wien und deren hochprofessionelles Gelände – sie ist nicht immer leistbar, schon gar nicht für junge Veranstalter und Erstversuche, für „independent – Events“, damit meine ich Ausstellungen oder Meetings für kleine Labels, Initiativen oder Noch – nicht – Brands.

Ja, es stimmt, die Marx Halle ist akustisch schwierig, aber sie ist ja auch keine Konzerthalle– sondern eben eine wunderbare Fläche mit einer Industriearchitektur, um die uns halb Europa beneiden kann.

Egal ob Streetfood Festival, Craft Beer Festival, Vienna Contemporary – all diese Mixes aus Event, Messe, Aktion und Begegnung haben durch die halboffene Architektur und die einzeln bespielbaren Segmente immer Spirit, Weite und Luftigkeit. Kurzum, es ist ein Platz für Ideen, bei der als Zusatzplus nicht jeder Quadratmeter oder Handgriff in Gold aufgewogen wird.
Abgesehen davon, dass in Neu Marx noch genug Flächen frei wären, die man Start Ups vielleicht sogar zu guten Preisen anbieten könnte, ist die Marx Halle für den klassischen Start Upper ohnehin kein Boden, denn die öffentliche Anbindung ist schlecht. Mit dem Fahrrad braucht der Webdesigner oder App Erfinder aus seinem Heimatbezirk Neubau oder Mariahilf (verzeihen sie mir die Plattitüden) auch mit dem Fahrrad ewig und – na klar, für Autos ist dort Kurzparkzone.

Abgesehen davon, dass Start Ups, wenn sie ihre Leistungen in Kreativberufen und nicht im Handwerk oder Gewerbe anbieten, ohnehin auf die Marx Halle pfeifen würden, die mit der Lebensart von Neubau, Mariahilf, dem Freihausviertel, oder der „Gumpinger“ in 100 Jahren nicht mithalten kann.

Aber sie hat nicht nur die Remise in der Walcherstraße ersetzt, sondern auch den früher freien Halbstock im technischen Museum und die Interimshallen wie die ehemalige Siemens Halle auf der Erdberger Lände. Sie hat durch ihre Architektur eine neue Kategorie von Events geschaffen, die so vorher noch nicht da war – und gerade erst wirklich im Begriff ist zu entstehen. Im Gegenteil zu „Eventuells“ und „Vielleichts“ hat die jetzige Marx Halle zumindest nach meinem Empfinden den Ansatz einer Idee:
Freier Geist – auf freier Größe – so soll´s sein. Lasst die Marx Halle weiter an dieser Entwicklung schrauben!

Christoph

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