LED it be – oder besser doch nicht

LED it be – oder besser doch nicht

By 12. Dezember 2016 News No Comments
Glühlampe_LED

Licht ist die Grundlage allen Lebens – ohne die Photosynthese gäbe es uns nicht. Immer wieder geht die Sonne auf, ein Licht am Ende des Tunnels verheißt ein Aufwärts, Jimmy geht zum Regenbogen, der Stern von Betlehem leuchtete den Hirten den Weg zum Jesuskind, dem Buddhisten stehen alle Lichter und Farben der Welt in der Meditation parat.

Ja, sogar die Lichter der Werbung können schön sein, wenn ein Supermarkt am späten Büroweg nach Hause noch offen hat oder das leuchtende Logo einer nahenden Tankstelle Dir das Grauen vor einem nächtlichen Bundesstraßenmarsch mit Kanister vertreibt. Schön ist es gerade zu Weihnachten, wenn Könner wie MK Illumination Kaufhäuser von Shanghai bis Salzburg festlich einleuchten. Schön ist es, wenn Lichtkünstler Housemappings machen und Bands oder Opernstücke in dramatische Stimmungen tauchen.

Wie gut, dass findige Köpfe die LED Lampe erfunden haben, denn jetzt wird Licht und seine Inszenierung geradezu demokratisiert. Jedermann kann sich unter geringem Verbrauch an den farbsteuerbaren und dimmbaren Leuchtkörpern als Andre Heller der Vorstadt versuchen. Gerade dort, in der Vorstadt, wo ich wohne, finden – Bauhaus, Conrad und Obi sei Dank oder besser Fluch – täglich und alle paar hundert Meter ganz grässliche Belästigungen durch LED Licht statt.

Strahler, die rote, grüne und weiße Punkte im gnadenlosen Takt über Hauswände ringeln, krümmen oder mäandrieren lassen. Stundenlang, nächtelang und mit Timer gesteuert wird dem Haus eine hässliche, dreifarbige Schuppenflechte verpasst. Sonntags saß ich einer solchen optischen Folter gegenüber. Ich ließ mich nach einem Adventessen innerhalb der Familie satt nieder, um mit einem Glas Motorøl in der Hand (Werbung wird ja noch erlaubt sein) eine Zigarette zu ziehen. Ich setzte mich hin, gelassen wie ein Buddha und die tanzenden Punkte auf der Wand gegenüber begannen mich zu hypnotisieren. Fünf Züge und das halbe Glas Likör später, dachte ich statt an Kling Glöckchen an Kung Fu, statt Adventkranz an Wurfstern und statt an Betlehem an Beelzebub. Wenn ich einmal auf den Stefan Kainbacher (mein Lieblings-Lichtregisseur von Beauty Parlor) bös sein sollte, zwinge ich ihn zu einer halben Flasche Fusel und mindestens einer Stunde Verweilen vor so einem Anblick.

Licht ist wunderbar, man kann so viel Freude schenken, so große Gefühle entstehen lassen – aber auch das Gegenteil.

Mein Tipp: Wenn Sie nicht wissen, wie Sie den Advent leuchtend bereichern können: Eine Kerze anzünden und 10 ruhige Minuten hineinblicken – das wirkt Weihnachts-Wunder. Oder einfach dieses schöne LED-Teil bestellen.

Christoph

Leave a Reply