Fly with me! Fliegenfischen als Ausgleich zum Job

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Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Couchinterview mit Rudi Kobza stehen, der mich jedoch stressbedingt an die elfte Stelle seiner To-Do Liste gereiht hat. Mich regt das nicht auf, weil ich dann einfach an etwas Anderes denke – an das Fliegenfischen. Denn jetzt ist gerade die beste Jahreszeit, nämlich die von April bis Ende Oktober. Mit der Kunstfliege fischt man nicht mit blutgetränkten Ködern, wie beim Meeresfischen, man badet keine Würmer in Teichen und trinkt dazu eine halbe Kiste Bier – nein, man pirscht am Rande und im Fluss mit der Wathose und versucht die scheuen Salmoniden (Bachforellen, Regenbogenforellen, Äschen, Huchen) zu überlisten.

Dazu nimmt man Nymphen, Streamer, Nass- oder Trockenfliegen, die an einem möglichst unsichtbaren „Vorfach“ – also der Schnur – die der schwimmenden Rollenschnur folgt, befestigt werden. Klingt einfach – ist aber schwer. Denn oft wechseln alle paar Stunden die bevorzugten Köder, die Flusstiefe spielt eine Rolle sowie die Tageszeit und die Weltoffenheit der Fische: Manche, so wie die Lachse in Irland, lassen sich prinzipiell nur von Einheimischen fangen.

Dass es trotzdem schön sein kann, einen Tag am Fluss zu sein, oder zwei, oder drei und NICHTS zu fangen – das macht der Reiz des Fliegenfischens aus. Eine leichte Rute, eine kleine Fliege, das war´s – und ab in die schönsten Landschaften Österreichs, Europa´s oder der Welt. Während man in Österreich saftig ablegt (Tageskarten von 80 € bis über 100 €), ist man in Slowenien schon um die Hälfte dabei. Für die Ausrüstung muss man noch ca. 700 € bis 800 € einplanen – ähnlich der Grundausstattung zum Skifahren (nach obenhin sind jedoch je nach Marke des Geräts ein paar Hunderter offen).

Fliegenfischen Slowenien

Das Foto zeigt meinen Bruder Max und Fischerkollegen Tommy Leitner (beide Kronen Zeitung) an einem Zusammenfluss der Soča mit der Tolminka in Slowenien. So schöne Plätze findet man bei der Ausübung dieses Sports sonder Zahl – da hält kein klinisch in die Landschaft gepresster Golfplatz mit. Nach 8 Stunden in der Natur, bei einem Roten aus der julischen Region oder einem „Velebitsko“-Bier an der Gacka in Kroatien samt „Hättiwari“-Geschichten den Tag ausklingen zu lassen – das belohnt für Vieles.

Ich fische seit 15 Jahren auf viele Arten, aber seit mich das Fischen mit der Fliegenrute gepackt hat, erlebe ich die Fischerei neu & noch viel schöner und als Ausgleich zum Job & Agenturleben – einfach perfekt.

Christoph

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