Fake News…

Fake News…

By 13. März 2017 News, Trends No Comments
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…eine aktuelle Debatte mit der ich mich ehrlicherweise bis vor kurzem nicht auseinandergesetzt habe. Lediglich die Tatsache, dass ein gewisser Herr T. eben diese „Fake News“ Journalisten sowohl über die sozialen Netzwerke, als auch bei Pressekonferenzen vorhält, wurde meinerseits wahrgenommen. Als ich dann jedoch – aus Mangel an Alternativen – beim Durchzappen auf Servus TV bei einer Diskussionsrunde zu eben diesem Thema hängen geblieben bin, war mein Interesse geweckt. Praktischerweise wurde ein paar Tage später am 6. März, ebenfalls zum Thema „Fake News“, ein Vortrag mit a.o. Univ.-Prof. Dr. Fritz Hausjell* von BSA und SLÖ angeboten. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen! 😉

Grundsätzlich sagt Hausjell, dass Fake News eigentlich ein Sammelbegriff für nicht korrekte Berichterstattung ist und, dass in etwa 80% der Vorfälle, die unter Fake News (a.k.a. Lügenpresse bzw. Lügenmedien) fallen, nicht neu sind. Was neu ist, ist die systematische Sicht und die Gerüchte, die in Social Media als Informationen verbreitet werden. Grund allen Übels ist die fehlende Glaub- bzw. Vertrauenswürdigkeit in Medien, die laut Hausjell durch selbst- und von außen verursachte Probleme begründet werden.

Selbstverursachte Glaubwürdigkeitsprobleme:

  • Unprofessionalität
  • Unethisches Handeln
  • Überforderung
  • Werbeabhängigkeit

Von außen verursachte Probleme:

  • Vorurteile
  • Subjektive Wahrnehmungen (z.B. die Konzertkritik eines Mediums stimmt nicht mit meinen Eindrücken des Konzerts überein, also können andere Berichterstattungen dieses Mediums auch nicht stimmen)
  • Medien stellen nur EINE von vielen Wissensquellen dar
  • Politische Kampagnen gegen Medien

Way-out

Wie komm’ ma da jetzt raus?

Für Hausjell sind gut funktionierende Medien ein wesentlicher Bestandteil eines demokratischen Staates, um unter anderem Werte und Informationen zu vermitteln. Zudem haben Medien eine Kritik- und Kontrollfunktion, die ein gewisses Grundvertrauen der Gesellschaft voraussetzt. Um dieses Vertrauen wieder aufbauen zu können, hat er vier Zukunftspläne und Visionen vorgestellt:

Plan A:

  • Medienkompetenz/-Bildung durch Personen im Lehrberuf:
    Quellenkritik von jungen Personen v. a. was Online-Informationen betrifft

Plan B:

  • Medienkompetenz/-Bildung durch Medien selber:
    Arbeitsweisen offen legen / erklären / nachvollziehbar machen; Fehler zugeben / erklären / richtigstellen, etc.

Plan C:

Plan D:

  • Kennzeichnungspflicht:
    Facebook schlägt jeder Person in ihrem Newsfeed nur Informationen vor, die auf Basis des Profils dem Interesse der Person entsprechen und legt dem User diese Kriterien aber nicht offen.

Für uns als Agentur und für uns als Mediennutzer muss also das Ziel sein, kritisch mit Informationen und Quellen umzugehen und diese auch möglichst reflektiert weiterzugeben, um dem Gegenüber eine glaubwürdige Nachvollziehbarkeit bieten zu können.

Teresa

 

* Fritz Hausjell
Stv. Vorstand und Ao. Universitätsprofessor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien; Autor bzw. Herausgeber zahlreicher Bücher und Aufsätze in Fachzeitschriften vor allem zu den Themenbereichen Nationalsozialismus und Medien, Exiljournalismus, Migration, Rassismus, Neonazismus, Rechtsextremismus und Medien sowie aktuelle österreichische Medienpolitik.

 

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