Echt scharf, echt groß, <br> echt fett

Echt scharf, echt groß,
echt fett

By 17. Juli 2017 News No Comments
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Seit knapp zwei Wochen steht es fest. Das kleine scharfe s kommt ganz groß raus! Denn der deutsche Rechtschreibrat hat ein neues Zeichen eingeführt. Das kleine scharfe s gibt es nun auch in Groß. Bisher war es der einzige Letter in unserem Schriftbild, der kein Paar – bestehend aus Klein- und Großbuchstabe – bildete. Quasi das kleine Schwarze im Schriftbild…

Warum die Verwirklichung des Großdrucks?

Bis vor Kurzem war das ß der Single unter den Buchstaben. Warum also diese Ligatur? Unter anderem soll es das Schreiben von Eigennamen und vor allem von Nachnamen erleichtern. In Pässen und Ausweisen sei es wichtig, dass der Name korrekt geschrieben steht. So kann die Eindeutigkeit der Namensschreibweise amtlich und ganz offiziell festgehalten werden. Die neue Verwirklichung des kleinen scharfen s im Großformat soll bewirken, dass das deutsche Schriftbild vereinheitlicht wird.

Die Werbebranche könnte auch das Ihrige zur neuen Existenz des großen scharfen s beigetragen haben. Denn Versalien werden vor allem im Kreativbereich immer häufiger verwendet, um zum einen Aufmerksamkeit zu erregen und zum anderen Akzente zu setzen. Es besteht aktuell auch im Buchdruck der Trend Kapitelüberschriften gänzlich groß zu schreiben.

Wie sieht das große scharfe s denn nun aus?

Digital sieht es aus wie eine Fusion aus ß und B – „ẞ“. Handschriftlich nehme ich an, schreibt man es so ähnlich. Bislang ist es mir allerdings noch nicht untergekommen 😉

Am Computer wird das große scharfe s mittels Unicode mit der Zeichenfolge 1E9E geschrieben. Auf Windows-Rechnern kann es etwa mit der Alt-Taste plus der Zahlenkombination 7838 getippt werden oder einfach Alt Gr, Shift und die ß-Taste drücken. Nur die Computerschriften Times New Roman und Arial verfügen bereits über den neuen Großbuchstaben. Auf Mac Computern ist es noch nicht möglich ein großes scharfes s darzustellen, außer es wird eine selbstkreierte Tastenkombination für das große scharfe s definiert. Oder der Klassiker – es wird copy-gepastet.

Wer nicht mit Zahlenkombinationen arbeiten will, bleibt einfach bei der immer noch gültigen Ersatzschreibweise – dem Doppel-s.

Wahrscheinlich dauert es noch eine Weile, bis unsere Tastaturen alle ein großes scharfes s tippen können. Wo der Großbuchstabe zu finden sein wird, ist noch nicht geklärt. Auch unsere mobilen Endgeräte müssen auf die Umrüstung bzw. entsprechende Softwareupdates noch warten. Um dennoch auch auf dem Smartphone das große scharfe s schreiben zu können, empfiehlt es sich, über Wikipedia den Buchstaben einzukopieren.

So oder so – liebes kleines scharfes s – hiermit beglückwünsche ich Dich zu Deinem neuen großen selbst.

Danke Ingrid für den Einfall daraus einen Blogbeitrag zu machen 😉

Silvia

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