Das „böse“ F-Wort: Feminismus

Das „böse“ F-Wort: Feminismus

By 30. März 2018 Über uns No Comments
#GRLPWR!

Ich bin Feministin! Bin ich Feministin? Ja, bin ich und es tut gar nicht weh! 😉 Irgendwann hat es einfach „klick“ gemacht und es ist wie ein Strudel. Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste und alltägliche Erfahrungen ziehen einen buchstäblich ins Bodenlose. Aber es gibt auch Lichtblicke, die mich hoffen lassen.

This is a woman’s world!

Als Mitarbeiterin einer Kommunikationsagentur mit mehrheitlich Kolleginnen, als Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit einem Frauenanteil von über 70% (Quelle: Universität Wien, 2015), nach 8 Jahren als Schülerin des ersten Wiener Sport-Realgymnasium für Mädchen und als Frau, die in einem Drei-Mäderl-Haushalt groß geworden ist, war es für mich wohl nur eine Frage der Zeit, bis ich mich mit dem Thema auseinandersetzen werde.

Aber ich hatte trotzdem immer einen gewissen Respektsabstand. Ich würde sogar sagen, dass mich zu Beginn meiner Uni-Zeit diese ganze Feminismus-Thematik wirklich genervt hat. Jetzt gehe ich meinem Umfeld selber auf die Nerven. So ändern sich die Zeiten! 😉

Für zwei Privilegien, die oft viel zu selbstverständlich genommen werden, war ich schon immer wahnsinnig dankbar:

  1. Frauenwahlrecht in Österreich: Erst seit 1919 – seit gerade einmal 100 Jahren – dürfen Frauen in Österreich wählen und gewählt werden.
  2. Frauen an der Universität Wien: Während die Uni Wien 2015 ihr 650-jähriges Bestehen feierte, dürfen Frauen erst seit 1897 – seit 120 Jahren – sehr zögerlich und zu Beginn nur für ausgewählte Studiengänge an der Uni studieren.

Girls with dreams become women with visions!

Für mich geht es im Feminismus in erster Linie darum, dass wir endlich diese festgefahrenen, verstaubten Geschlechterrollen und Klischees hinter uns lassen. Obwohl es natürlich um noch viel mehr geht und der Feminismus im Allgemeinen für gesellschaftliche Gleichberechtigung steht und damit jedem die Chance gibt, Ungerechtigkeiten anzusprechen.

Ich meine es ist doch einfach lächerlich, wenn sich ein Olympia-Beitrag damit beschäftigt, dass Männer weinen und Gefühle zeigen dürfen. Stoppt die Druckerpressen! Männer dürfen im Jahr 2018 emotional werden! Emotionen sind doch bitte menschlich und wo ist hier der Sinn und Zweck einer Geschlechtertrennung in der Berichterstattung? Sport, Wettbewerbe, Siege wie Niederlagen sind doch Emotion pur und das wollen wir als Zuschauer auch sehen.

Wenn sich Medien lieber damit beschäftigen, was Schauspielerinnen oder Sängerinnen tragen, als über ihre Filme oder Musik zu berichten. Wenn das ungeschminkte, nicht wiederzuerkennende Gesicht einer Berühmtheit offensichtlich den größten Newsfaktor dieser Person ausmacht. Dann spricht das meiner Meinung nach nicht unbedingt für unsere Gesellschaft. Wir wollen doch auch an unserer Arbeit, an unseren erbrachten Leistungen und nicht an unserem äußeren Schein gemessen werden, oder? Eine Person, die sich gerne schminkt, ist nicht zwangsläufig eine Tussi. Eine schlanke Person hat nicht notgedrungen eine Essstörung. Und eine Frau in einem freizügigen Kleid, ist nicht unbedingt ein Opfer von Sexismus, wie Jennifer Lawrence deutlich klar gemacht hat:

Jennifer Lawrence

Das soll hier keine Wutrede werden, denn auch mir rutschen noch viel zu viele unpassende Aussagen raus und ich bin oft weit davon entfernt politisch korrekt zu sein, aber ich nehme mich an der Nase und gelobe Besserung! :-) Und ich denke das sollte die Kommunikationsbranche auch tun und Rollenklischees wie „Männer beim Fußballabend“ oder „Frauen beim Shoppen“ nicht mehr bedienen, denn auch Frauen trinken gerne Bier und schauen Fußball, genauso wie Männer gerne bummeln gehen. Und das ist gut so! Niemand sollte das Gefühl haben, aufgrund seines Geschlechts etwas nicht machen zu dürfen oder etwas machen zu müssen!

Teresa

PS: In diesem Sinne würde ich euch gerne ein paar Videos von Männern und Frauen ans Herz legen, die ich wahnsinnig inspirierend, witzig, emotional und einfach großartig finde:

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